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Nachwuchs-Cup und KidsonSkates

Das war einmalig

Es wird berichtet

Ein göttlicher Wind fegte durch Zuchwil
4. Etappe des Nachwuchs-Cup im Sportzentrum Zuchwil

Das Kamikaze-Rennen war ein grosser Erfolg. Der Begriff Kamikaze – aus dem japanischen übersetzt heisst dies „göttlicher Wind“ – hat die Organisatoren inspiriert für ein Rennen der besonderen Art. Ein Rennen mit drei verschiedenen Runden verlangte nebst den konditionellen
Fähigkeiten auch koordinative und kognitive Fähigkeiten. Am schnellsten meisterten Rina von Burg und Fabian Gyr in deren Kategorien diesen schwierigen Kurs, den Sprint gewannen Melanie Röthlisberger und Lukas Iida.

Die beiden organisierenden Vereine, der IC Mitttelland aus Niederbipp und die Rolling-Stars aus Selzach, boten im Sportzentrum Zuchwil einen Tagesanlass, der alle Facetten des Inline-Sports aufzeigte. Unter dem Patronat von Rollerblade fand am Morgen der KidsonSkates Schnupperkurs statt. Am Kurs nahmen 80 Jugendliche teil, welche von 12 erfahrenen Leitern spielerisch in die Inline-Technik eingeführt wurden. Um 12:00 Uhr startete der Nachwuchscup mit über 90 Teilnehmern und internationaler Beteiligung aus Frankreich und Deutschland. Für die 4. Etappe des Nachwuchscups hatte sich das OK unter der Leitung von Hanspeter von Burg wiederum eine Neuerung ausgedacht. Der Rennverlauf sieht jeweils drei Rennen in Distanzen zwischen 100 Metern bis 2 Kilometern vor. Gestartet wird in Alterskategorien, wo jeweils zwei Jahrgänge zusammengezogen werden. Das erste Rennen wurde entgegen der üblichen Bahnrichtung im Uhrzeigersinn durchgeführt. Hier zeigte sich deutlich, welche Athleten dies auch im Training geübt hatten. Der Höhepunkt war das Kamikaze-Rennen in der zweiten Serie. Das Wort Kamikaze ist geschichtsträchtig. Gemäss Wikipedia ist Kamikaze (jap. 神風, dt. göttlicher Wind) der japanische Begriff für ein Phänomen, das im 13. Jahrhundert zur Verhinderung zweier Mongoleninvasionen in Japan beitrug. Im Jahre 1274 versuchten die Mongolen Japan zu erobern. Doch vor der Küste zerstörte ein Taifun dieses Vorhaben. Bei einem zweiten Versuch sieben Jahre später erlitt das Vorhaben das gleiche Schicksal. Diese beiden Stürme wurden als Götterwind bezeichnet und bestärkten die Japaner in dem Glauben, ihr Land werde von den Göttern beschützt.
Kamikaze bedeutet für die Organisatoren konditionelle und koordinative Fähigkeiten gepaart mit der Balance zwischen Draufgängertum und einer gesunden Dosis an Zurückhaltung. Nach der Startgerade erfolgt eine 180 Grad Kurve, wo bis zu 6 Athleten um die beste Position kämpften.
Bedenken der Organisatoren betreffend undiszipliniertem Verhalten der Läufer wurden in den „göttlichen Wind“ geschlagen, einzig ein K2-Fahrer kam mit zwei Verwarnungen knapp an einem Ausschluss vorbei. Die zweite Runde bezeichnete der Schiedsrichter-Chef Stephan Neck treffend
als „Bretzel“. In der Gegengerade wurde eine zusätzliche Rechtkurve eingebaut, so dass der Parcours der Form einer „Bretzel“ ähnelte. Die 3. Runde war dann das normale Oval im Gegenuhrzeigersinn von 100 Metern Länge. Wettkämpfer hatten Mühe mit der Kurssetzung, so verfehlte z.B. auch Lukas Iida ein Tor und wurde in diesem Lauf als Letzter klassiert. Mit einem starken Auftritt im dritten Rennen kämpfte er sich wieder auf den 2. Gesamtrang vor. Als Tagessieger grüsste Manuel Neuhold zuoberst vom Podest. Die grössten Felder sind momentan die Jugendkategorien. In der Damenkategorie setzte sich Tatjana Gyr aus Zuchwil gegen Sina Vögeli durch. In der Herrenkategorie gewann der Philip Keel diese Kategorie knapp vor Joel Friedli. Die Schüler A Kategorien dominierten Joel Haas und Jasmin Güntert. In allen drei Rennen belegten sie den 1. Platz. Bei den Jüngsten siegte der Rolling-Star Ricco Blülle. Es ist immer wieder eine Freude dem knapp vierjährigen beim Laufen zuzusehen (er wird im Oktober 2010 vier Jahre alt). Seine Begeisterung für diesen Sport ist unübersehbar. Mit jugendlicher Unbekümmertheit war er trotz grosser Umwege zuerst im Ziel. Als Zusatzrennen wurde der Kamikazesprint ausgeschrieben. In den Qualifikationsrennen konnten sich 12 Damen und Herren für die Viertelfinals qualifizieren. Während Rina von Burg in der Qualifikation mit der Zeit von 39 Sekunden 50 Hundertstel die Bestzeit aufstellte, musste sie sich im späteren Final um Rollenbreite von Melanie Röthlisberger geschlagen geben. Der Vize-Europameister Yannick Friedli bekundete wegen falscher Rollenwahl grosse Mühe mit dem engen Kurs und
musste wegen einem Sturz im Halbfinal seine Siegeschance begraben. Die Tagesbestzeit stellte Fabian Gyr mit einer Zeit von 37.07 auf. In einem packenden Finish fand er jedoch im Final seinen Meister in Lukas Iida. Das kleine wirblige Nachwuchstalent hatte auf dem engen Kurs sicherlich Vorteile gegenüber dem grossgewachsenen Fabian Gyr, wobei aufgrund der gelaufenen Zeit davon ausgegangen werden kann, dass nicht mit dem allerletzten Risiko gefahren worden ist. Erfreulich für die Organisatoren war, dass wieder mehr Schweizer Teilnehmer für den Nachwuchs-Cup teilnehmen. Es zeigt, dass im Nachwuchsbereich diese tolle Sportart wieder in Fahrt kommt. Sie hoffen, dass der „göttliche Wind“ das seinige dazu beigetragen hat.

Tagesbericht des Organisatorenteams unter der Gesamtleitung von Hanspeter von Burg.

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