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Spannende Rennen, viele Blessuren

Das war einmalig

Es wird berichtet

Gesamtsieger des 32. Speedskating-Kriteriums in Gross-Gerau wurden bei den Damen Mareike Thum aus Darmstadt vor der Neuseeländerin Nicole Begg und vor Paula Segura aus Kolumbien. Bei den Herren lag Bart Swings aus Holland vor dem Italiener Fabio Francolini und vor Kwinten Tas aus Belgien. Die 304-Meter-Bahn im Skatepark bewies ein weiteres Mal, dass sie sehr schnell ist: es gab einen Weltrekord über 300 Meter und mehrere deutsche und Bahnrekorde.

Bei den Elite Damen gingen u.a. Deborah Keel an den Start, die ihre Sprintstärke einmal mehr unter Beweis gestellt hat. Flurina Heim hingegen zeigte beeindruckendes Stehvermögen und wusse insbesondere beim B-Final Elimination zu überzeugen. Wenger Nadja hielt gut und lange mit, eh sie durch einen Sturz aus dem Rennen fiel. In der Königsklasse bei den Elite Herren war so ziemlich alles Vertreten, was auf diesem Planeten zu den absoluten Top Cracks gehört. Bart Swings zeigte erneut, dass er der inoffizielle "König" dieser Disziplin ist. Vermutlich hat ihm das Training in San Benedetto del Tronto den letzten Kick gegeben und die Schweizer sind stolz, zur selben Zeit am selben Ort trainiert zu haben. Das gemeinsame Erinnerungsfoto wird in Ehren gehalten. Nicolas Iten hat im 500m-Sprint einen denkbaren schlechten Start erwischt und wäre fast zu Fall gekommen. Somit konnte er seine Sprintstärke nicht unter Beweis stellen. Besser lief es da schon Severin Widmer, der nach der Spitzensportler-RS in Bestform zu sein scheint. Schade nur, konnte man dieses Duo im finalen Ausscheidungsrennen nicht laufen sehen, obwohl der Finaleinzug geschafft worden ist. Yannick Schalch kämpfte unaufhörlich und wurde mit einem sehr guten Mittelfeldplatz belohnt. Ebenfalls im Mittelfeld zu finden ist Yves Reist und Florian Moser. Marc Russheim konnte wegen seiner Verletzung nicht voll aufdrehen, weshalb er im Gesamtklassement nicht in im vorderen Mittelfeld anzutreffen ist. Ihm bleibt aber noch etwas Zeit, seiner steigenden Formkurve Erfolge folgen zu lassen. Rina von Burg zeigte bei den Juniorinnen Damen wie bereits in Bologna gute Rennen. Leider blieb auch sie nicht vom Sturzpech verschont, weshalb die Rangierung nicht ganz ihrem Leistungsvermögen entspricht. Leider erwischte es auch Emily Cochran und sie musste gar mit einer Hirnerschütterung ins Spital zur Abklärung gebracht werden. Bei den Junioren A gab es ein Auf und Ab. Livio Wenger stand nach zwei Rennen auf dem zweiten Zwischenrang und machte sich deshalb berechtigte Hoffnungen, im abschliessenden 10000m-Ausscheidungsrennen ganz nach vorne stossen zu können. Nicht zuletzt deshalb, weil er auf die Unterstützung von Fabian Gyr und Yannick Friedli hoffen konnte. Einen Moment aber nicht aufgepasst und durch eine "klitzekleine"!! Unsportlichkeit behindert , schied er für seine Verhältnisse früh aus. Aus der Traum von einer Medaille. Yannick Friedli wusste vor allem durch seine kräftigen und schnellen Antritte zu gefallen. Aufgrund einer Regelunkenntnis musste er jedoch erstmals den B-Final über 1500m gewinnen, um wieder ins A-Final vorstossen zu können. Im Glauben, als A-Finalist alle A-Finale fahren zu dürfen, kam er als letzter ins Ziel, nachdem er hervorragende Dienste zu Gunsten von Livio Wenger geleistet hatte. Wer aber das Kämpferherz von Yänu kennt, der weiss, dass er sich nichts nehmen lässt. Auch Fabian fiel in den B-Final, nachdem er beim Punkterennen zurückfiel. Dies gab ihm die Möglichkeit, sich im 10000m-B-Final gut zu präsentieren. In einem teilweise ruppig geführten Rennen konnte er sich auf Platz 2 hinter dem Kolumbianer platzieren und startet so zum abschliessenden A-Final über 10000m. Die Staffel konnte das Trio an der Spitze liegend nicht zu Ende fahren, weil Livio in einer Kurve schwer gestürzt ist. Unter Umständen sollten die Veranstalter bei dieser Kurve jeweils zwischendurch ein paar Sandkörner beseitigen. Die vielen Zuschauer marschieren auf dem Aussengelände vorbei, weshalb die Körner unweigerlich in die Bahn geweht werden.

Bei den Juniorinnen B wusste Melanie Röthlisberger vor allem in den Sprints zu gefallen. Bei den Junioren B zeigte Manuel Neuhold einmal mehr, wer die Nr. 1 in dieser Altersklasse bei den Schweizern ist. Trotz lädiertem Arm konnte er einen guten Mittelfeldplatz erzielen. In aufsteigender Form befindet sich Marco Grünenfelder, der bereits in Geisingen von sich reden liess. Noch nicht so lange beim Speedskaten dabei, kommt er mehr und mehr voran, was für die Zukunft hoffen lässt. Die Jugend Damen konnten nach Stürzen nicht wirklich zeigen, was sie drauf haben, weshalb auch hier nur Mittelfeldplätze resultierten. Einzig in der Staffel lagen Tatjana Gyr, Vera Güntert und Sina Vögeli lange Zeit an zweiter Stelle, mussten sich aber schlussendlich mit dem undankbaren 4. Rang begnügen. Hingegen lief es bei den Jugend Herren vor allem Lukas Ilda besser und ein 5. Schlussrang lässt sich sehen. Vermutlich ist das Schweizer Talent bei den nationalen Rennen zu wenig gefordert und kann jeweils alleine vorne wegfahren. Damit kennt er aber das Gefühl nicht, in einem Pulk fahren zu müssen. Trotz allem wird ihm eine grosse Zukunft vorausgesagt, weshalb er unter Umständen gar einen Hochstart an der kommenden EM vornehmen darf. Ebenfalls erwähnenswert der Top-Ten-Rang von Philip Keel. In der Kurve legt er eine Kadenz hin, die ihm so schnell niemand nachmacht. Es erstaunt nicht, dass das Trio Joel Friedli, Lukas Iida und Philp Keel in der Staffel auch die Bronzemedaille gewonnen haben. Ebenfalls in den Top Ten konnte sich Jasmin Güntert bei den Schülerinnen A11 Damen klassieren. Auch wenn diesmal kein Podestplatz erzielt werden konnte, so bleiben zur Spitze doch wirklich nur ein paar wenige Meter. Und dies ist für die Zukunft mehr als vielversprechend.

Fazit: Gross Gerau ist bekannt für einen Verschleiss an Pflästerli. Und so hat es doch das eine oder andere Boboli gegeben. Alle Schweizer Athleten haben Fortschritte gemacht. Dazu beigetragen haben sicherlich die Stützpunkttrainingseinheiten in Buttikon und Nottwil. Für absolute Spitzenleistungen hat es jedoch (noch) nicht gereicht. Trotzdem darf zuversichtlich in die Zukunft geschaut werden und vor allem beim Nachwuchs stossen viele Athletinnen und Athleten nach. Der Aufwand für Training und Rennen wird bestimmt nicht kleiner und so ist zu hoffen, dass weiterhin Trainingseinheiten möglichst in der Nähe der Athletinnen und Athleten angeboten werden. Bis zur EM bleibt noch etwas Zeit und bei vielen Sportlern ist die Leistungskurve in steigender Position. Dies lässt zumindest die National-Coachs zuversichtlich nach vorne blicken.

(Bericht und Fotos von Stefan Gyr aus Zuchwil)

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